Red Sparrows HSG Freiburg – ESV 1927 Regensburg 33:33 (13:15)
Es wurde das erwartet spannende Spiel. Vor gut 600 Zuschauern beim „Große Spiele“-Auftakt in der Act-Now-Halle lieferten sich beide Mannschaften in der zweiten Halbzeit ein äußerst spannendes Spiel, was mit einer Punkteteilung endete. Die 17-jährige Kreisläuferin Romy Klein machte dabei ihr bislang bestes Spiel für ihren neuen Verein Freiburg. Co-Trainer Lorenz Franz vertrat erfolgreich den erkrankten Cheftrainer Simon Rittemann.
Das bekannte Rahmenprogramm der „Großen Spiele“-Reihe mit dem Spalierstehen der drei anderen Vereine FT (Volleyball), USC (Basketball) und EHC (Eishockey) und der Aufführung der M.A.K. Tanzcompany schien die Spatzen besonders zu motivieren. Nelli Hautz startete mit einem wunderschönen Rückraumtreffer zum 1:0. Und wenn in der Anfangsphase nicht gleich ein Siebenmeter und zwei weitere glasklare Chancen vergeben worden wären, hätte Freiburg sich eine kleine Führung herausspielen können. So musste das Team jedoch über 1:2 (7.), 3:4 (9.) und 4:6 (12.) einem Rückstand hinterherrennen. Dann folgte eine kurze Schwächephase und Regensburg konnte mit einem 0:4-Lauf auf 4:10 (16.) davonziehen. Das gab auch der Stimmung in der Halle einen kleinen Dämpfer. Aber die Spatzen zeigten Moral und kämpften sich wieder auf 7:10 (20.) heran. Nach dem 9:13 (24.) und einer Abwehrumstellung auf eine 3:2:1-Formation mit der quirligen Hannah Person auf der Spitze gelang in Spielminute 27 der Anschlusstreffer zum 12:13. Die Halle war wieder da und feuerte ihre Mannschaft unablässig an. Mit dem 13:15 ging es in die Halbzeitpause.
Hier gab es wieder ein unterhaltsames Programm mit dem Auftritt der M.A.K. Tanzgruppe und dem Siebenmeterwerfen, bei dem auch der neue Kooperationspartner der Freiwilligen Feuerwehr dabei war. Last, not least fand die obligatorische T-Shirt-Schleuder mit den neuen „Große Spiele“-Shirts statt.
Für neuen Schwung sorgte in Halbzeit zwei Nele Emmenecker, die diesmal überwiegend auf der halblinken Position eingesetzt wurde. Sie markierte auch gleich den Anschlusstreffer zum 15:16 (32.). Nach dem 17:20 (37.) kam eine starke Phase der Freiburgerinnen. Begünstigt durch eine Zeitstrafe für die Bunkerladies konnten Hannah Person, Nelli Hautz mit zwei Würfen ins leere Tor und Julia von Kampen mit dem 21:20 (41.) die erste Führung seit dem 1:0 erzielen. Beim 24:22 (46.) war das Team sogar mit zwei Toren in Front, was Regensburg kurz darauf allerdings wieder egalisierte (24:24, 48.). Die folgende Phase lief so ab: Freiburg legte ein Tor vor und Regensburg glich aus. Ein wunderschönes Tor war das 28:27 (51.) von Rechtsaußen Sev Albrecht, die einen tollen Kempapass von Nelli Hautz durch die Beine der Torfrau sicher verwandelte. Die Schlussphase des Spiels war nicht nur äußerst spannend, sondern teilweise auch recht unschön mit mehreren Unterbrechungen aufgrund kurzfristiger Verletzungen. Regensburgs Kreisläuferin Ewald meckerte nach einem wiederholten Gesichtstreffer über ihre zweite Zeitstrafe und hätte sich damit eigentlich ihre dritte verdient gehabt. Die Spatzen verpassten es, ihre sich bietenden Chancen zu nutzen. Zwei Gegenstöße über Sev Albrecht wurden vergeben, einer davon mit einem gefährlich wirkenden Zusammenprall mit der Torfrau Joelle Arno. Glücklicherweise ist beiden Spielerinnen nichts Schlimmeres passiert. Ein Lattenkracher nach Durchbruch von Nele Emmenecker und ein freier Fehlwurf von Kreisläuferin Romy Klein kamen dazu. Außerdem machte die Mannschaft sich das Leben mit einem falschen Anspiel in der Mitte und einem Fehlpass unnötig schwer. So lag Regensburg auf einmal wieder vorne. Beim 30:31 (56.) stand die erste Führung seit längerer Zeit und knapp zwei Minuten vor dem Ende sogar das 30:32. Romy Klein konnte den Anschlusstreffer erzielen, doch im Gegenzug waren die Gäste mit dem 31:33 eine Minute vor dem Ende auf der Siegerstraße. Ein weiteres Tor von Romy Klein, die technisch versiert Anspiele einhändig verwandeln kann, brachte 48 Sekunden vor Spielschluss den erneuten Anschlusstreffer. Freiburg ging nun in die Manndeckung über und die starke Mittespielerin Melina Hahn kam in eine gute Abschlussposition, doch Torfrau Ina Rahner zeigte die wichtigste Parade an diesem Abend. So kam Freiburg noch einmal in Ballbesitz und Kapitänin Julia von Kampen konnte per Rückraumsprungwurf zwei Sekunden vor Ablauf der Spielzeit den vielumjubelten Ausgleich erzielen. Die Halle feierte ihre Mannschaft ausgiebig. Vom Spielverlauf der letzten Minuten gesehen ist der Punktgewinn sicher glücklich, aber im Blick auf die gesamte zweite Halbzeit hochverdient. Mit etwas mehr Cleverness wäre auch ein Sieg drin gewesen.
Wenn die Statistik stimmen sollte, hat Freiburg in diesem Spiel das erste Mal nur neun technische Fehler gemacht. Ein guter Wert! Offensiv haben die Spatzen wieder überzeugt (20 Tore in Halbzeit zwei!), auch wenn die Siebenmeterquote noch ausbaufähig ist. Defensiv ist noch Luft nach oben. Allerdings verfügt Regensburg im Rückraum mit Franziska Peter, Melina Hahn und an diesem Tag auch Maxi Fuhrmann über individuell starke Spielerinnen. Durch den Punktgewinn ist Freiburg nun mit 5:9 Punkten auf den 9. Platz geklettert und führt damit die untere Hälfte der zweigeteilten Tabelle der 2. Bundesliga an. Am nächsten Samstag reisen die Spatzen zum richtungsweisenden Spiel nach Lintfort, das in Todesfelde den ersten Sieg feiern konnte.
Red Sparrows HSG Freiburg:
Kuß (1 Parade), Rahner (5 P.); Person 4, Klingler, Brennauer, Albrecht 9/4, Klein 7, Veith, Heizmann, Emmenecker 3, Faßbinder, von Kampen 3, Stiehler 2, Hautz 5
ESV 1927 Regensburg:
Arno (10 P.), Jäschke (0 P.); Kessler 1, Hartl 3, Lipp, Ewald 1, Schipper 3, Peter 8/1, Fabritz, Fuhrmann 5, Ehmann 1, Hahn 8/1



