HSV Solingen – Gräfrath 76 – Red Sparrows HSG Freiburg 35:33 (22:18)
Die überragende Aufholjagd der Freiburgerinnen vom 32:24 (41.) auf 33:32 (56.) wurde leider nicht belohnt, obwohl die Chancen noch da waren, etwas Zählbares mitzunehmen.
Nach einem torreichen und ausgeglichenen Beginn stand es in der 12. Spielminute 9:9. Bis dahin war es kein Spiel der Defensivreihen einschließlich der Torfrauen. Beide Mannschaften kamen fast im Minutentakt zu Toren. Im Anschluss erarbeitete sich Solingen über 11:9 (13.) und 15:11 (16.) leichte Vorteile. Linksaußen Hannah Person, die von ihren Mitspielerinnen immer wieder gut freigespielt wurde, konnte bereits in Minute 16 mit ihrem 5. Treffer zum 15:12 einnetzen. Über 17:15 (21.) und 19:17 (26.) blieben die Spatzen in Schlagdistanz. Die Abwehrumstellung auf eine 3:2:1-Abwehr schränkte zwar die Räume der Rückraumspielerinnen ein, dafür entstanden neue Möglichkeiten für die Kreisläuferinnen. Da Freiburg zwei gute Chancen über ihre Kreisposition nicht nutzen konnte, ging es mit einem 22:18 in die Halbzeitpause.
Nach dem 24:19 (32.) konnte Freiburg wieder auf 26:23 (36.) und 27:24 (38.) durch einen sehenswerten Schlagwurftreffer von Nele Emmenecker bei angezeigtem Zeitspiel verkürzen. Dann folgte jedoch eine kurze dreiminütige Phase der Schlafmützigkeit in der Defensive, die Solingen einen 5:0 – Lauf ermöglichte. Drei Tore allein erzielte Mittespielerin Hannah Gutzeit, die ohne Gegenwehr per Schlagwurf von ungefähr 7 m einnetzen konnte. Es sah so aus, als ob das Spiel mit dem 32:24 (41.) gelaufen wäre. Trainer Simon Rittemann reagierte sofort. Er stellte die Abwehr wieder auf eine 3:2:1 – Formation um. Mit durchschlagendem Erfolg: Solingen gelang fast 9 Minuten kein eigener Treffer mehr und Freiburg konnte auf 32:28 (50.) verkürzen. Nach dem 33:28 erkämpften sich die Spatzen mit einem erneuten 0:4 – Lauf den Anschlusstreffer zum 33:32 (56.). Das Spiel stand nun auf Messersschneide. Eine Unachtsamkeit in der Abwehr ermöglichte den Gastgeberinnen das 34:32 (57.). Der mögliche Anschlusstreffer per Strafwurf wurde leider vergeben. Solingen machte es im Gegenzug besser: Deborah Spatz verwandelte einen etwas geschenkten Siebenmeter sicher zum 35:32 (57:40). Im folgenden sehr langen Angriff erzielte Laura Stiehler 51 Sekunden vor Schluss mit einem Wurf hinter dem Block bei Zeitspiel den letzten Treffer durch die Beine der Torfrau zum 35:33. Solingen vertändelte den Ball und Freiburg bekam 20 Sekunden vor dem Ende nochmal die Chance auf den Anschlusstreffer. Der Gegenstoßpass auf Hannah Person war jedoch ein wenig weit gespielt, so dass sie den Ball leider nicht im Tor unterbringen konnte.
Am Ende bleibt eine bittere Niederlage und wieder einmal das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre gegen eine erfahrene Zweitligamannschaft. 18 technische Fehler, davon einige zur Unzeit im Spiel und völlig unnötig, wie zweimal beim Anspiel im Mittekreis, haben zusätzlich ein besseres Ergebnis erschwert. Mut machen sollte jedoch das moralisch starke Herankämpfen nach vermeintlich aussichtslosem Rückstand. Außenspielerin Hannah Person machte mit 10 Treffern aus 12 Versuchen ein überragendes Spiel. Aber auch Rückraumspielerin Laura Stiehler suchte immer wieder den Weg in die Tiefe und war mit 5 Toren und herausgeholten Strafwürfen erfolgreich. Kreisläuferin Regina Veith verwandelte alle ihre vier Chancen und Kapitänin Julia von Kampen zeigte neben guten Anspielen auch eigene Torgefahr. Darauf sollte die Mannschaft aufbauen. Arbeiten muss sie mit Sicherheit weiter an mehr Stabilität in der Defensive. 35 Tore sind doch sehr viel. Zumal Torfrau Ina Rahner mit einer Quote von 40 % gehaltener Bälle noch einige Tore verhindern konnte. Da sollte das Team die Torfrauen besser unterstützen.
Am kommenden Samstag, dem Herbstferienbeginn in Baden-Württemberg, steht das sehr wichtige Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Rostock (0:10 Punkte) an. Dieses Spiel wurde vom ersten Spieltag Ende August verlegt. Allen ist die Bedeutung dieser Partie bewusst.
Red Sparrows HSG Freiburg:
Kuß (4 Paraden), Rahner (8 P.); Person 10, Klingler, Brennauer, Albrecht 6/3, Klein 1, Veith 4, Heizmann, Emmenecker 1, Faßbinder, von Kampen 4, Stiehler 5, Hautz 2
HSV Solingen-Gräfrath 76:
Steffen (1 Tor, 8 P.), Eckardt (2 P.); Schatton, Uhtes 3, Spengler 5/1, Souza, Heimann 3, Schwitzer 4, Kujovic, Nikolic´4, Völker 2, Kulker 1, Spatz 6/1, Gutzeit 4, Brandt 2



