Debakel in Leipzig

HC Leipzig – HSG Red Sparrows Freiburg 27:14 (18:4)

Nachdem die lange Anreise nach Leipzig wegen des Bahnstreiks kurzfristig umgeplant werden musste, schien es, als würden die Red Sparrows Spielerinnen noch in den Kleinbussen sitzen. Nach dem 1:1 per Siebenmeter durch Simone Falk in Spielminute 5 waren die Spatzen mental überhaupt nicht anwesend. In allen Mannschaftsteilen, Abwehr samt Torhüterin und Angriff kam es nach Trainer Igor Bojic zum totalen „Blackout“. Leipzig gewann immer wieder die Eins-Eins-Situationen und nutzte geschickt die unheimlich großen Räume in der Abwehr. Die übliche 3:2:1 – Formation glich einem löchrigen Käse. Im Angriff fehlten die Ideen gegen kompakte Leipzigerinnen. Und falls Freiburg sich doch mal eine Wurfchance erspielte, scheiterten die Werferinnen an Torfrau Nele Kurzke. Hinzu kamen noch eklatante Ballverluste. Die Verunsicherung wurde immer größer und phasenweise traute sich kaum noch eine Spielerin auf das Tor zu werfen. So stand es nach 18 Minuten 12:1 und das Spiel war praktisch schon entschieden. Erst nach 20 Minuten gelang Simone Falk das erste Freiburger Feldtor. Zwei weitere Tore durch Marit Walz führten zum desolaten 18:4 – Halbzeitstand.

Nach der Pause merkte man den Spatzen an, dass sie um Schadensbegrenzung bemüht waren. Sie agierten bissiger in der Abwehr und spielten sich in der Offensive deutlich mehr Chancen heraus. Drei schnelle Tore brachten das 19:7 (34.). Dann folgte leider wieder eine zehnminütige Phase, in der lediglich zwei Siebenmetertore gelangen (24:9; 45.). Leipzig machte nun auch deutlich mehr technische Fehler, die Freiburg aber nicht immer zu nutzen wusste. Drei Paraden (mit Ausnahme des gehaltenen Siebenmeters von Leonie Kuntz die einzigen im gesamten Spiel) von Torfrau Debora D´Arca und schnelles Umschaltspiel mit Toren von Simone Falk, Hannah Person und Laura Stiehler brachten das 26:13 (55.). Kreisläuferin Jessica Peter konnte einige Sekunden vor Schluss noch das 27:14 erzielen und sorgte dafür, dass die 2. Halbzeit knapp mit 10:9 gewonnen wurde.

Die erste Halbzeit war mit Abstand die schwächste Saisonleistung der Freiburgerinnen. Das war mehr als ein Klassenunterschied zu der Leipziger Mannschaft. Nach der knappen Niederlage in Regensburg vor Wochenfrist ist das schon etwas unerklärlich. In guten Spielen überzeugte bislang häufig das Kollektiv. Diesmal kam es zum gemeinsamen Totalausfall. Das Team fand überhaupt nicht zur Normalform. Immerhin hat die Mannschaft Moral bewiesen und in Halbzeit zwei ein anderes Gesicht gezeigt. Nun wird es wichtig sein, die miserable erste Halbzeit aus den Köpfen zu kriegen, denn am Sonntag steht bereits das nächste schwere Auswärtsspiel in Göppingen an.

Red Sparrows Freiburg:

D´Arca, Kuntz, Kuß; Person 2, Bauer, Emmenecker, Faßbinder, Dürr 1, Probst 1, von Kampen 1, Walz 2, Stiehler 1, Hautz, Falk 5/3, Zeides, Peter 1

HC Leipzi:

Carcia Canabate, Kurzke, Fleischer; Uhlmann 3, Weise 2, Nikolic 2, Hofmann, Theilig 4, Gaubatz 2, Klocke, Ferber-Rahnhöfer 1, Illge 2, Greschner, Granicka 6/4, Tucholke 5

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