VfL Waiblingen – HSG Red Sparrows Freiburg 39:28 (22:15)
Den Start in die Saison hat sich das Freiburger Lager anders vorgestellt. Mit einer hohen Niederlage im Gepäck mussten sie die kurze Heimreise vom baden-württembergischen Derby antreten.
Dabei sah es in der Anfangsviertelstunde noch recht gut für die Freiburgerinnen aus. Über 3:1 (4.), 5:4 (7.) und 9:8 (15.) waren sie fast auf Augenhöhe mit Waiblingen. Jedoch zeigte sich auch in dieser Phase bereits, dass in der Abwehr nicht viel zusammenpasste. Das konnte aber kompensiert werden, indem man in der Offensive erfolgreich mitspielen konnte. Aufgrund von Streamproblemen der Heimmannschaft, bei denen häufig der Freiburger Angriff nur in Standbildern zu sehen war, war allerdings wenig zu sehen, wie Freiburg das geschafft hat. Nach einer Zeitstrafe für die Spatzen konnte Waiblingen schnell auf 12:8 (18.) davonziehen und im weiteren Verlauf sogar auf 17:10 (25.) stellen. Dieses 8:2 innerhalb von 10 Minuten war die spielentscheidende Phase. Nach weiteren torreichen 5 Minuten ging es mit einem 22:15 in die Halbzeit. 22 Gegentreffer sagen eigentlich schon alles. Sowohl individuelle Schwächen im 1:1 Verhalten, als auch fehlerhafte Absprachen und wenig Zusammenarbeit im Abwehrverband waren dafür verantwortlich. Hinzu kam lediglich eine einzige Torwartparade.
Zu Beginn der 2. Hälfte pendelte sich der Abstand zwischen 7 und 9 Toren ein (27:18, 38.; 29:21, 42.). Eine Freiburger Aufholjagd war nicht zu bemerken. Torfrau Ina Rahner konnte zwar noch 5 Paraden zeigen, aber die Schwächen in der Defensive waren einfach zu groß, um Waiblingen noch einmal in Gefahr bringen zu können. Die körperlich überlegenen Rückraumspielerinnen konnten häufig einfach so durch die Abwehr spazieren, oder waren im Zusammenspiel mit den Kreisläuferinnen sehr erfolgreich (9 Tore). Zudem machten die Gastgeber wenig technische Fehler (6 tF). In Spielminute 44 betrug der Abstand bereits 10 Tore (31:21). Die Freiburgerinnen bemühten sich weiter und ganz selten gab es Lichtblicke wie den sehenswerten Kempatreffer von Neuzugang Sev Albrecht nach Pass von Nele Emmenecker. Häufiger stockte die Offensive aber auch nach angezeigtem Zeitspiel mit eher aussichtslosen Wurfversuchen über die Außenpositionen aus sehr kleinem Winkel. Trainer Simon Rittemann versuchte noch verschiedene Abwehrsysteme. Immerhin vergrößerte sich die Tordifferenz in der letzten Viertelstunde nicht mehr nennenswert. Am Ende steht eine äußerst deutliche 39:28 Niederlage gegen einen Gegner, gegen den man in der Vorsaison nicht verloren hat.
Hauptgrund für die Niederlage war die schwache Abwehrleistung einschließlich der Torwartleistung. Mit 15 Torwartparaden hatte Waiblingen 9 Paraden mehr. Allerdings hatten sie auch die deutlich bessere Abwehrleistung. Gegen die starken Rückraumspielerinnen (insgesamt 23 Tore) fanden die Spatzen an dem Tag keine Lösung. Zu oft ließen sie ihre Torfrauen damit alleine. Ein Lichtblick war auf jeden Fall Rechtsaußen Sev Albrecht, die 6 Feldtreffer und 2 Siebenmeter erzielen konnte und darüber hinaus auch mit einer soliden Abwehrleistung auffiel. Die schwierige Vorbereitung machte sich auf jeden Fall bemerkbar. Besonders in der Abwehr ist Freiburg noch in der Findungsphase.
Am kommenden Samstag steht das erste Heimspiel der Saison gegen Nürtingen an. Damit kommt ein voraussichtlich stärkerer Gegner mit Aufstiegsambitionen ins Spatzennest. Viel Zeit bleibt Trainer Rittemann nicht, um seine Mannschaft besser darauf einzustellen.
VfL Waiblingen:
Norregaard Thomsen (12 Paraden), Hoke (3 P.); Allgaier, Hönig 3/1, Keil 1, Kattner 3, Gisa 6, Hofer 3, Brand 3, Würdinger 2, Nagy 6, Heinzer 7, Eckhardt 2, Vrabie 3
HSG Freiburg:
Kuß (0 P.), Rahner (6 P.); Person 2, Klingler 5/2, Brennauer 1, Albrecht 8/2, Klein 2, Veith, Heizmann, Emmenecker 3, Faßbinder 3, von Kampen, Stiehler 1, Hautz 3



