TSV Bayer 04 Leverkusen – Red Sparrows HSG Freiburg 31:29 (18:15)
Nach der Heimniederlage gegen Solingen wurde der vorherige Höhenflug der Spatzen auch in Leverkusen weiter gebremst. Freiburg fand in vielen Phasen nicht zum eigenen Spiel und Leverkusen konnte Revanche für die fast identische Hinspielniederlage (31:30) nehmen.
Die Werkselfen feierten einen Auftakt nach Maß. Nach knapp 5 Minuten stand es bereits 5:1. Die Freiburger Abwehr glich einem löchrigen Käse und offensiv fehlte die Sicherheit und Überzeugung. Beim 7:4 (8.) wurde es leicht besser. Bezeichnend war allerdings die folgende Phase: Freiburg hatte kurzfristig eine doppelte Überzahl. Statt diese Situation clever auszuspielen, wurde ein Fehlpass gemacht und man musste sogar ein Tor kassieren. Beim 11:6 (13.) hatte Leverkusen sich bereits einen 5 Tore-Vorsprung erspielt. Trainer Simon Rittemann wechselte im Tor und stellte die Abwehr auf 3:2:1 um. Diese Maßnahmen zeigten Wirkung: Mit einem 5:0- Lauf und knapp 9 torlosen Minuten der Elfen konnten die Spatzen zum 11:11 (21.) ausgleichen. Doch dann zeigte Freiburg wieder zu viele Nachlässigkeiten. Nach dem 12:12 (22.) gelang dem Team trotz eigener Überzahl wieder kein Torerfolg. In der Folge setzte Leverkusen zu einem 5:0-Lauf in knapp 5 Minuten an und stellte auf 17:12 (27.). Ein vergebener Strafwurf und wiederholt technische Fehler machten es den Gastgeberinnen auch leicht. Mit einem sehenswerten Rückraumtreffer von Laura Stiehler mit dem Pausenpfiff konnte das Team immerhin auf 18:15 verkürzen.
Über 19:16 und 21:18 (35.) blieb der Abstand konstant. Dann startete Freiburg eine kleine Aufholjagd. Durch den Gegenstoß von Hannah Person zum 21:21 (39.) glich Freiburg zum ersten Mal seit dem 12:12 wieder aus. Kurz darauf erzielte Johanna Brennauer sogar die Führung zum 21:22 (40.). Die anschließende Phase war sehr ausgeglichen. Freiburg ging mit einem Tor in Führung und Leverkusen glich aus. Nach dem 25:25 (49.) ging es genau anders herum bis zum 28:28 (54.) weiter. Die Elfen legten vor und die Spatzen glichen aus. Kreisläuferin Marit Walz spielte in der Zeit sehr erfolgreich und war immer anspielbereit. Entweder erzielte sie selber ein Tor oder holte einen Strafwurf heraus. Nach der roten Karte (3. Zeitstrafe wegen Meckerns) für Henriette Clauberg konnte Freiburg aus der Situation wiederum kein Kapital schlagen. Ein weiterer vergebener Strafwurf von Saskia Probst und zwei gute ungenutzte Chancen in Überzahl über Rechtsaußen ermöglichten das 30:28 (57.). Das lag auch daran, dass sich die Abwehr immer noch nicht auf die beiden herausragenden Spielerinnen der Leverkusener einstellen konnte. Kreisläuferin Annika Ingenpaß verwandelte 9 ihrer 9 Würfe und Rechtsaußen Britt van der Baan war sogar mit 10 Treffern aus 10 Würfen erfolgreich. Lucy Klingler verkürzte mit ihrem verwandelten Siebenmeter zwar noch auf 30:29, aber nach dem 31:29 von van der Baan konnte Freiburg sich keine gute Tormöglichkeit mehr erspielen. So blieb am Ende eine knappe und etwas unnötige Niederlage.
Wie im letzten Spiel ließ Freiburg häufig das überfallartige Tempospiel vermissen. Phasenweise ist in der Offensive ein Rückfall in alte Zeiten zu erkennen. 18 technische Fehler (11 davon von nur 2 Spielerinnen) sprechen eine deutliche Sprache. Zudem wurden in der Abwehr zu oft 1:1 – Situationen verloren. Aber auch das gehört zu einer Entwicklung dazu. Viele Spielerinnen wirken nun zum Ende einer langen Saison ein wenig müde. Trotz der Niederlage bleibt Freiburg auf Platz 10. Am kommenden Samstag findet das letzte Heimspiel der Saison statt. Zu Gast wird die Mannschaft aus Regensburg sein.
Red Sparrows HSG Freiburg:
Kuß (0 Paraden), Kuntz (10 P.); Person 4, Probst 8/7, Klingler 1/1, Brennauer 1, Ollesch, Veith 1, Emmenecker 2, Faßbinder 1, von Kampen 4, Walz 3, Stiehler 3, Hautz 1
TSV Bayer 04 Leverkusen:
Muth (6 P.), Theobald (1 P.); Gruner 4/1, Sterzik, Heebing, Flohr 1, van der Baan 10/1, Gruber, Ingenpaß 9, Richartz, Souza 1, Cormann 3, Cruzado, Clauberg, Mol 3


