Red Sparrows HSG Freiburg – HSV Solingen-Gräfrath 76 25:32 (11:14)
Nun ist es passiert: Die beeindruckende Serie der Spatzen ist gerissen! Nach 13:1 Punkten aus den letzten 7 Spielen verliert Freiburg das Heimspiel gegen in allen Bereichen überlegene Solinger. Ausschlaggebend für die Niederlage waren eine schwache Angriffseffizienz einschließlich einer hohen Zahl technischer Fehler (22!) und eine in Teilen schwache Abwehrleistung.
Vor gut 600 Zuschauern in der Act-Now-Halle fand Freiburg zunächst überhaupt nicht ins Spiel. Vorne wurden gute Chancen vergeben und in der Defensive zu zaghaft zugepackt. Schnell stand es somit 1:4 (7.). Kurzfristig agierten die Spatzen etwas konzentrierter und konnten auf 4:5 (10.) verkürzen, bevor sich die Gäste wieder auf 4:8 (15.) absetzten. Nach einer Abwehrumstellung auf eine 3:2:1-Formation arbeitete Freiburg sich auf 8:9 (21.) heran und hatte nach dem einzigen Ausgleich im Spiel beim 11:11 (25.) sogar die Chance in Führung zu gehen. Ein vergebener Strafwurf und ein vertändelter Gegenstoß verhinderten dies jedoch. Da Freiburg die letzten fünfeinhalb Minuten ohne Torerfolg blieb, konnte Solingen mit einem 11:14 in die Halbzeitpause gehen.
In den ersten Minuten des 2. Durchgangs folgte ein kurzes Aufbäumen der Spatzen. In Minute 36 konnte der Anschlusstreffer zum 14:15 erzielt werden, bevor Solingen innerhalb kürzester Zeit mit einem 1:6-Lauf auf 15:21 (41.) davonzog. Davon sollte sich Freiburg an diesem Tag nicht mehr erholen. Über 18:25 (47.) und 21:27 (53.) baute Solingen den Vorsprung weiter aus. Mit dem 21:31 (57.) gab es einen deutlichen 10 Tore-Rückstand für die Red Sparrows. Im Angriff blieben gute Chancen ungenutzt und in der Defensive fand man einfach kein Mittel gegen die überragende Halblinke Deborah Spatz, die von ihrem Namen her auch gut bei den Spatzen spielen könnte. 10 ihrer 11 Feldwürfe fanden den Weg ins Ziel. Zudem glänzte sie als Vorbereiterin und stabile Abwehrspielerin. Aber auch die 19-jährige Linksaußen Nele Spengler machte einen guten Job. Alle 6 Feldwürfe verwandelte sie sicher und zudem war sie bei 2 Strafwürfen erfolgreich. Am Ende konnte Freiburg noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben und auf 25:32 verkürzen.
Nach der beeindruckenden Freiburger Serie ist vielleicht die Erwartungshaltung auch ein wenig zu groß geworden. Der Mannschaft muss zugestanden werden, auch einmal ein schwächeres Spiel zu machen. Schon beim Punktgewinn in letzter Sekunde in Waiblingen in der Vorwoche zeichnete sich eine gewisse Spielmüdigkeit ab. Das hohe Spieltempo fehlt momentan. Allerdings war Solingen auch sehr gut auf das Freiburger Gegenstoßspiel eingestellt. Und gegen den Tabellenfünften muss Freiburg auch nicht zwingend punkten. So realistisch sollten alle sein. Lichtblick im Freiburger Team war an diesem Tag Lucy Klingler. Sie fand Räume im Eins gegen Eins auf Halbrechts, verwandelte alle vier Strafwürfe sicher und hatte auch ein Auge für die freie Mitspielerin. Mit dieser Niederlage rutscht Freiburg auf den 10. Tabellenplatz. Am kommenden Sonntag steht das Auswärtsspiel beim Traditionsverein Bayer Leverkusen an.
Red Sparrows HSG Freiburg:
Kuß (2 Paraden), Kuntz (9 P. ); Person 2, Probst 5/1, Klingler 6/4, Brennauer 4, Ollesch, Veith 1, Emmenecker 1, von Kampen 2, Walz 1, Stiehler 3, Hautz
HSV Solingen-Gräfrath 76:
Grewe, Eckhardt (12 P.); Bomnüter, Müller, Spengler 8/2, Heimann 3, Schwitzer 2, Pickrodt, Nikolic´ 6/1, Fabisch, Spatz 10, Gutzeit 3


