ESV 1927 Regensburg – Red Sparrows HSG Freiburg | 27:28 (16:14)
Die Spatzen zeigten sich in der Anfangsphase aufgeweckt und hellwach in Regensburg. Die besondere Bunkeratmosphäre schien sie nicht zu beeindrucken. Nach knapp drei Minuten und zwei Toren von Linksaußen Hannah Person stand es 0:2. Nach dem 1:3 (7. Minute) konnte Freiburg mit stabiler Abwehrarbeit und starken Paraden von Leonie Kuntz den Vorsprung auf 1:6 (9.) ausbauen. Das war mal ein Start nach Maß.
Die „Bunkerladies“ dagegen agierten fehlerhaft und wenig treffsicher und fingen sich nach 10 Spielminuten bereits die dritte Zeitstrafe, davon die zweite für Leistungsträgerin Franziska Peter, die im Anschluss erstmal nicht mehr in der Abwehr eingesetzt wurde. Über 2:8 (14.) und 4:10 (17.) gestalteten die Red Sparrows das Spiel weiterhin souverän. Auch bedingt durch zwei Freiburger Zeitstrafen konnte Regensburg bis zur 20. Minute auf 7:10 verkürzen. Bis zum 11:14 (27.) blieb der Abstand recht konstant. Was dann jedoch passierte, ist ein wenig unerklärlich. Freiburg fing sich in den dreieinhalb Minuten bis zur Pause 5 Gegentore bis zum 16:14 und konnte sich für die gute Leistung der ersten 26 Minuten nicht mit einer Pausenführung belohnen. Torchancen wurden leichtfertig vergeben und Ballverluste mit schnellen Gegenstößen bestraft. Trainerteam und Mannschaft konnten froh sein, dass es in die Pause ging.
Trainer Simon Rittemann stellte wie im letzten Spiel auf eine 3:2:1 – Abwehr um. Das sollte jedoch erstmal nicht die Wende bringen. Die Bunkerladies machten dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Mit viel Intensität in ihren Angriffsaktionen erzielten sie nach gut vier Minuten das 20:14. Halbzeitübergreifend war das ein überragender 9:0 – Lauf in siebeneinhalb Minuten. Die Freiburger Anhänger befürchteten schon das Schlimmste. Ohne Not wurde ein Spiel aus der Hand gegeben. Nach einer Auszeit besannen sich die Spatzen jedoch und zeigten einmal mehr ihr Kämpferherz. Mit einem eigenen 4:0 – Lauf war man beim 20:18 (38.) wieder in Reichweite. Kurz darauf musste die Mannschaft die erste Rote Karte (Johanna Brennauer) hinnehmen und Regensburg konnte auf 22:18 (41.) erhöhen. Aber auch jetzt zeigte die Mannschaft Moral. Nach dem 22:20 (44.) konnte in Spielminute 51 der Anschlusstreffer zum 24:23 erzielt werden. Fünfeinhalb Minuten vor Schluss gab es die zweite direkte Rote Karte in dem Spiel, diesmal für Julia von Kampen, die Rückraumspielerin Melina Hahn beim erfolgreichen Torwurf in Höhe von sechs Metern gestoßen hatte. Nun stand es 27:25 für Regensburg und die Spatzen waren zudem in Unterzahl. Viel sprach für ein erfolgreiches Spiel der Heimmannschaft, zumal gleich im nächsten Angriff etwas überhastet der Torabschluss gesucht wurde. Aber auch Regensburg spielte in der Endphase ungewohnt fehlerhaft. Zusätzlich unterstützt durch starke Paraden von Leonie Kuntz konnte zuerst Laura Stiehler drei Minuten vor Schluss das 27:26 erzielen und eine Minute später verwandelte Saskia Probst ihren dritten Siebenmeter zum 27:27 Ausgleich. Die Bunkerladies mussten nun ihrerseits in Unterzahl agieren. Eine Minute vor dem Ende gelang Marit Walz das 27:28. Im finalen Angriff von Regensburg kam es nur noch zu einem Pfostentreffer über Rechtsaußen und Freiburg spielte die letzten Sekunden sicher runter und konnte über einen wiederum knappen und sicher auch etwas glücklichen Sieg jubeln.
Trainer Rittemann hat in seinen ersten vier Spielen nun 5:3 Punkte mit der Mannschaft geholt. Das ist eine sehr gute Anfangsbilanz. Der Abstand auf die Abstiegsplätze konnte mit den erkämpften Punkten in Regensburg etwas vergrößert werden. Die Mannschaft hat in dem Spiel gezeigt, dass sie sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt. Nach zwei Roten Karten das Spiel noch zu drehen, war schon besonders. Laura Stiehler zeigte wiederum eine beherzte Leistung und übernahm auch in der Schlussphase Verantwortung. Hannah Person verwandelte alle ihre sechs Würfe treffsicher und zeigte auch in der 3:2:1-Abwehr eine gute Leistung. Marit Walz war beim letzten Wurf nervenstark und konnte mit ihrem 5. Tor den Siegtreffer erzielen. Zudem verwandelten Johanna Brennauer und Saskia Probst alle sechs gegebenen Strafwürfe sicher. Und die letzten Paraden von Leonie Kuntz waren Gold wert. Diese zwei nicht unbedingt erwarteten Punkte sind sehr hilfreich für die kommenden schweren Begegnungen. Am kommenden Samstag steht das letzte Spiel der Hinrunde an. Die Rödertaler Bienen fliegen ins Spatzennest.
ESV 1927 Regensburg:
Arno (10 Paraden), Baur; Lettl 1, Kessler 4, Hartl 3, Birnkammer 5, Kollmer, Feles, Mustafic 1, Opitz, Ewald 2, F. Peter 6/3, Fuhrmann 1, S. Peter 1, Stürenberg, Hahn 3
Red Sparrows HSG Freiburg:
Kuß (3 P.), Kuntz (9 P.); Person 6, Emmenecker, Faßbinder, Ollesch, Probst 6/3, von Kampen 2, Walz 5, Stiehler 4, Hautz 1, Brennauer 4/3, Veith


