Freiburg gewinnt torarmes Fehlerfestival hauchdünn gegen den BHC

Red Sparrows HSG Freiburg – Bergischer HC 21:20 (12:13)

Die gut 400 Zuschauer im Spatzennest mit einer begeisterten Fußballtruppe aus Meßstetten sahen ein spannendes Fehlerfestival (45 technische Fehler!) beider Mannschaften mit dem besseren Ende für Freiburg. Das waren zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Die Spatzen kamen anfangs gar nicht ins Spiel. In Spielminute 3 lagen sie bereits 0:3 zurück, obwohl die Gäste ohne ihre erkrankte Torjägerin Svenja Mann antreten mussten. Erst in der 5. Minute gelang Hannah Person per Gegenstoß der erste Treffer. Zu dem Zeitpunkt wurde aber bereits der erste Siebenmeter vergeben. Mit dem 4:5 (7.) von Mira Faßbinder war das Team auf Augenhöhe und mit dem dritten Gegenstoßtor von Hannah Person gelang die erste Führung im Spiel (7:6; 11.). Doch ein weiterer vergebener Strafwurf und Ballverluste im Angriff ließen die Gäste wieder vorlegen (7:9; 16.). Phasenweise war viel Tempo im Spiel, was allerdings auch zu einigen technischen Fehlern auf beiden Seiten führte. Zudem scheiterte Freiburg immer wieder an der starken Juniorennationalspielerin Lena Lindemann im Tor und bekam in der Abwehr die Halbrechte Pia Terfloth nicht in den Griff, die wiederholt besonders mit einem guten Überzieher für Torgefahr sorgte. Nach 10:11 (23.) und 12:12 (29.) ging es mit einem 12:13 in die Halbzeitpause. Glücklicherweise war das Gegenstoßtor von Norma Goldmann einige Sekunden nach der Halbzeitsirene gefallen, was die Schiedsrichter anfangs allerdings nicht bemerkten. Im Vergleich zum 8:6 Ergebnis des Hinspiels waren zumindest einige Tore mehr erzielt worden.

Der Beginn der zweiten Halbzeit verlief weiter bis zum 15:15 (39.) ausgeglichen. Dann konnte Freiburg sich einen kleinen Vorsprung erspielen. Das 17:15 durch die junge Lina Hillenbrand fiel im Tempospiel in Minute 46. Kurz darauf konnte Nele Emmenecker ein wichtiges Tor zum 18:16 erzielen. Ein weiterer Gegenstoß von Lina Hillenbrand landete nur am Pfosten, bevor sie nach einem weiteren Ballverlust des Bergischen HC in Spielminute 48 den dritten Gegenstoß nach Zuspiel von Hannah Person clever gegen die gute Torfrau zum 19:16 verwandelte. In der Phase schaffte Freiburg es nicht, den Vorsprung weiter auszubauen. Der BHC konnte wieder auf 19:18 (51.) verkürzen. 25 Sekunden später gelang Marit Walz über den Kreis die prompte Antwort zum 20:18. Nun begann die äußerst spannende, wenn auch wenig ansehnliche Schlussphase des Spiels. Sie war geprägt durch unglaublich viele technische Fehler auf beiden Seiten. Der Bergische HC agierte mit einer vierten Rückraumspielerin und kam so zum 20:19 Anschlusstreffer (54.). Zwei Fehlpässe, ein Fehlwurf und ein Stürmerfoul von der Rückraumlinksposition und eine vergebene Torchance vom Kreis verhinderten eine erneute deutlichere Führung für die Spatzen. Aber auch Torfrau Leonie Kuntz parierte den völlig freien Wurf der einlaufenden Linksaußen zum möglichen Ausgleich. Diesen konnten die Gäste 85 Sekunden vor dem Ende durch die Schweizer Nationalspielerin Norma Goldmann erzielen. Fast sah es so aus, als würde Freiburg sich um den Lohn der Arbeit bringen. Eine gute Minute vor Schluss fasste sich jedoch Laura Stiehler ein Herz und erzielte mit einem guten 1:1 zur Mitte die 21:20 Führung. Der Bergische HC hatte noch eine Minute Zeit, um den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die Freiburger Abwehr ackerte und ließ keine Torchance mehr zu und konnte sich über einen sehr knappen, aber verdienten Sieg freuen. Etwas fragwürdig bleibt, dass die Gäste fast 60 Sekunden Zeit für ihren finalen Angriff zugesprochen bekamen, ein deutlicher Schrittfehler nicht gepfiffen wurde und sogar noch die Zeit angehalten wurde, obwohl die Mannschaft selber so lange benötigte, um ihren Freiwurf auszuführen.

Für Freiburg ist das ein toller Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt gewesen. Wenn man nur ein Auge auf die Spielstatistik wirft, ist es schon überraschend, dass die Spatzen das Spiel für sich entscheiden konnte. 21 Fehlwürfe, 17 technische Fehler und nur 7 Torwartparaden standen 9 Fehlwürfen, 28 (!) technischen Fehlern und 14 Torwartparaden gegenüber. Ausschlaggebend für den Erfolg war mit Sicherheit die gute Abwehrarbeit in Halbzeit zwei. Freiburg hat lediglich 7 Treffer zugelassen und provozierte durch gutes Stellungsspiel wiederholt Ballverluste und konnte leichte Treffer im Tempospiel erzielen. Trainer Simon Rittemann hätte sich gewünscht, dass sein Team nach der 3 Tore-Führung das Spiel früher für sich hätte entscheiden können, da es in seinen Augen besonders in Halbzeit 2 das bessere Team war. Die letzten 10 Minuten mit massenhaft „guten“ und „schlechten“ Fehlern hätte es nicht gebraucht. Aber auch das ist ein Lernprozess für die Mannschaft. Diesmal hat sie nach schwacher Schlussphase trotzdem gegen einen Gegner aus dem Mittelfeld mit ausländischen Spielerinnen und Nationalspielerinnen bestehen können. Nun folgt eine dreiwöchige Spielpause, bevor es am 21.3. zum wichtigen Auswärtsspiel nach Lintfort geht. Dort wird Spielmacherin Nelli Hautz voraussichtlich wieder mit von der Partie sein können.

Red Sparrows HSG Freiburg:

Kuß (1 P.), Kuntz (6 P.); Hillenbrand 2, Person 3, Probst 4/2, Klingler, Brennauer 4/4, Veith, Emmenecker 1, Faßbinder 1, von Kampen, Walz 3, Stiehler 3

Bergischer HC:

Wagner, Lindemann (14 P.); Probst, Krahwinkel 1, Trabelsi 1, Terfloth 6, Kamp, Vaessens, Seiffarth, Albers 1, Welsch, Thomas 2, Tolic, Goldmann 4, Lundström 3/2

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