Füchse Berlin – Red Sparrows HSG Freiburg 28:23 (15:14)
Die Freiburger Spatzen spielten phasenweise auf Augenhöhe mit einer Berliner Mannschaft mit Aufstiegsambitionen. Am Ende reichte es nach äußerst fehlerhaften letzten 10 Spielminuten nicht für einen Punktgewinn. Da Nelli Hautz und Lena Ollesch weiter verletzt sind, half Liza Ehret aus und machte die weite Reise nach Berlin mit.
Nach schneller Zuganreise in die Hauptstadt startete Freiburg hellwach in die Partie. Besonders Mittespielerin Mira Faßbinder konnte in der Anfangsphase Akzente setzen. In Spielminute 7 stand es 3:3. Über 7:5 (12.) und 9:6 (14.) spielten die Spreefüxxe ihre individuelle Klasse besonders über Leoni Baßiner aus. Nach dem 10:9 (21.) gelang Freiburg in Minute 23 mit dem 11:11 der erste Ausgleich. Neuzugang Lucy Klingler konnte ihr erstes Tor in der 2. Bundesliga erzielen und scheint nun nach einigen Wochen in der Mannschaft und in der Liga angekommen zu sein. 14 Sekunden später konnte Julia von Kampen sogar mit dem 11:12 die erste Führung für die Breisgauerinnen erzielen. In der Folge leistete sich das Team leider zu viele Fehlwürfe, auch in Überzahl wollte der Ball nicht ins Eckige. Somit konnte Berlin mit einer knappen 15:14 Führung in die Pause gehen.
Die Anfangsminuten von Halbzeit zwei hat die Mannschaft wie schon häufiger in der Saison verschlafen. Die Füchse konnten auf 19:15 (40.) erhöhen. Die starke Kreisläuferin Jonna Schaube fand immer wieder Lücken im Freiburger Abwehrzentrum und wurde von ihren Mitspielerinnen auch gut in Szene gesetzt. Die Spatzen verkürzten nochmal auf 19:17 (43.). Weitere Unachtsamkeiten in der Abwehr ließen Berlin allerdings auf 22:17 (46.) davonziehen. Nun erwachte das Freiburger Kämpferherz und auch durch zwei Treffer von Marit Walz von der Rückraumrechtsposition war die Mannschaft wieder auf 22:21 (50.) dran. Torfrau Leonie Kuntz half ihrer Mannschaft mit einigen guten Paraden. Nach dem 24:22 (52.) folgten ähnlich wie in Nürtingen ganz schwache Minuten. Im Angriff reihte sich Ballverlust an Ballverlust. Trainer Simon Rittemann versuchte es noch mit einer 4:2- Abwehr. Aber wenn der Ball leichtfertig weggeworfen wird, nutzt auch dieser taktische Zug nichts. Zumal die Lücken in der Abwehr größer wurden. Mit dem 28:22 (59.) war das Spiel entschieden. 20 Sekunden vor Schluss konnte Freiburg noch zum 28:23 Endstand verkürzen.
Vom gesamten Spielverlauf her hat Freiburg durch die schlechte Schlussphase das Spiel zu hoch verloren. Der Sieg war für Berlin aber letztlich verdient. Die Spatzen haben immer wieder längere torlose Phasen in ihrem Spiel gehabt. Dann wird es gegen eine erfahrene Zweitligamannschaft schwierig. Das Torhüterinnenduell war recht ausgewogen. Beide Torfrauen zeigten eine starke Leistung und waren ein guter Rückhalt für ihr Team. Zoe Ludwig hatte mit 17 Paraden die bessere Quote von 44 %, aber Leonie Kuntz kam mit 16 Paraden auch auf eine starke Quote von 36%. Zu viele technische Fehler, das Auslassen guter Torchancen und auch einige Unaufmerksamkeiten in der Abwehr, besonders beim Kreisläuferspiel und dem mehrfach ungehinderten Einlaufen der starken Linksaußen Stefes verhinderten ein besseres Ergebnis. Trotzdem sollte Freiburg aus dem Spiel ein gewisses Selbstvertrauen mitnehmen. Als Aufsteiger auswärts ohne Spielmacherin Nelli Hautz bei einer etablierten Zweitligamannschaft über weite Phasen des Spiels mithalten zu können, ist beachtlich und sollte Mut für die weiteren Aufgaben machen. Freiburg steht zwar weiterhin auf dem 11. Platz, aber der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt nur noch fünf Punkte, da die Konkurrenz am Wochenende punkten konnte. Am kommenden Samstag steht das Heimspiel gegen den Bergischen HC an, bevor es in die dreiwöchige Spielpause aufgrund der Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft geht.
Red Sparrows HSG Freiburg:
Kuß, Kuntz (16 Paraden); Person 3, Probst 4/1, Ehret, Klingler 3, Brennauer, Veith 2, Emmenecker, Faßbinder 2, von Kampen 1, Walz 4, Stiehler 4
Füchse Berlin:
Trooster, Ludwig (17 P.); Gouveia 3, Stefes 6, Cappellaro 1, Schaube 6, Conze 2, Fichtner, Gündel 1, Thelemann, in der Braekt 1, Nieuwenweg 4, Baßiner 4


