VfL Waiblingen – Red Sparrows HSG Freiburg 29:29 (15:14)
Freiburg bleibt auch im 7. Spiel in Serie ungeschlagen, muss aber einen Punkt an Waiblingen abgeben. Nach dem 28:24 viereinhalb Minuten vor Spielende ist es jedoch ein glücklicher Punktgewinn für die Spatzen im baden-württembergischen Derby bei den Waiblinger Tigers.
In Halbzeit 1 sah man ein ausgeglichenes Spiel beider Mannschaften, bei dem sich kein Team mehr als 1 oder 2 Tore absetzen konnte. Über 4:4 (10.) erspielte Waiblingen sich ein 6:4 (11.), aus dem Freiburg ein 6:7 (16.) machte. In dieser Art und Weise ging es weiter: 10:8 (19.), 11:12 (24.) nach zwei schönen Treffern von Nele Emmenecker und 13:13 (27.). In der Schlussphase der ersten Hälfte bereitete besonders die großgewachsene Kreisläuferin Isabel Kattner den Freiburgerinnen große Probleme. Nach dem 14:14 waren nur noch ein paar Sekunden zu spielen. Die Spatzenabwehr war jedoch nicht auf der Höhe und die Halblinke Laura Nagy konnte noch auf 15:14 erhöhen. Das Spiel plätscherte so ein wenig dahin. Der Schwung und der mitreißende Tempohandball der letzten Wochen waren Freiburg ein wenig abhanden gekommen. Die Livestreamkommentatoren sahen einen etwas „lustlosen“ Auftritt beider Mannschaften.
Waiblingen kam mit deutlich mehr Elan aus der Pause und erspielte sich schnell eine 17:14 (33.) Führung durch Kattner und Linksaußen Maxime Luber, die bis zur Spielminute 37 sogar auf 20:16 ausgebaut werden konnte. Freiburg verkürzte nochmal auf 20:18 (42.). Da aber in der Folge auch drei Strafwürfe von Saskia Probst und Johanna Brennauer vergeben wurden, konnten die Tigers auf 24:19 (48.) erhöhen. Zudem hatte sich die rechte Abwehrseite einschließlich der Torfrauen nicht so gut auf die starke Maxime Luber eingestellt, die mit einer starken 100% Quote jeden ihrer 12 Würfe verwandelte (7 Feldtore, 5 Siebenmeter!). Freiburg kämpfte sich durch den ersten erfolgreich geworfenen Siebenmeter von Lucy Klingler wieder auf 25:22 (50.) und 25:23 (51.) heran. Aber auch das Abwehrzentrum hatte Probleme und so konnte Waiblingen in Spielminute 55.30 mit 28:24 in Führung gehen. Das wirkte wie eine Vorentscheidung. Trainer Simon Rittemann nahm eine Auszeit und stellte auf eine 4:2 Abwehr um. Das zeigte Wirkung. Regina Veith verkürzte auf 28:25. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende stellte Laura Stiehler mit ihrem ersten Tor auf 28:26. Waiblingen bekam im Angriff keine Torchance und Hannah Person hatte aus gutem Winkel den Anschlusstreffer zum 28:27 in der Hand, traf aber nur den Pfosten. Eine Minute später machte es Julia von Kampen besser und erzielte das 28:27. Da Waiblingen wiederum keinen erfolgreichen Angriff hatte, konnte Saskia Probst eine Minute vor dem Ende zum 28:28 ausgleichen. 20 Sekunden vor dem Ende gelang Lena Klingler aufgrund einer Schlafmützigkeit im Abwehrzentrum das 29:28. 15 Sekunden blieben Freiburg noch für den finalen Angriff. Kurz vor Schluss bekam Hannah Person nach einem Foul einen Strafwurf, den Lucy Klingler nervenstark in der letzten Sekunde zum viel umjubelten Ausgleich verwandelte.
Nach dem Spielverlauf ist es für Freiburg auf jeden Fall ein gewonnener Punkt. Keiner sollte erwarten, dass die Mannschaft immer mit der Leichtigkeit und dem Tempo der letzten Wochen spielt. Aber nach diesem Rückstand kurz vor Spielende nochmal so stark zurückzukommen, ist ebenfalls eine beachtliche Leistung. Vielleicht wäre es auch sinnvoll gewesen, die Abwehr früher umzustellen, da sie an diesem Tag deutliche Probleme hatte. Mit 16 technischen Fehlern fiel das Team auch ein wenig in frühere Muster zurück. Am Ende hat es trotzdem noch zu einem Punktgewinn gereicht! Am kommenden Samstag kommt mit Solingen-Gräfrath der Tabellenfünfte in die Act-Now-Halle.
Red Sparrows HSG Freiburg:
Kuß (4 Paraden), Kuntz (4 P.); Person 2, Probst 7/3, Klingler 3/3, Brennauer 3, Ollesch, Veith 2, Emmenecker 2, Faßbinder 1, von Kampen 3, Walz, Stiehler 1, Hautz 5
VfL Waiblingen:
Norregaard Thomsen (4 P.), Hoke (2 P.); Allgaier, Luber 12/5, Herzog, Keil, Kattner 4, Gisa 2, Hofer 3, Klingler 3, Brand 1, Würdinger, Nagy 4, Eckhardt


