Freiburger Spatzen überzeugen im Abstiegskampf: Knapper Heimsieg gegen Leverkusen!

Red Sparrows HSG Freiburg – TSV Bayer 04 Leverkusen 31:30 (17:19)

Vor einer umwerfenden Kulisse von rund 900 Zuschauern gingen die Spatzen in das so wichtige Spiel gegen den Traditionsverein aus Leverkusen. Die Entscheidung, das „Große Spiele“ – Spiel in der weitaus geräumigeren Act-Now-Halle der FT auszutragen, war absolut richtig.

Zu Beginn merkte man den Spielerinnen die Nervosität an. Nach dem 1:1 (3. Minute) konnte sich der Gast gleich auf 1:4 (5.) absetzen. Diesem Rückstand musste Freiburg einen Großteil von Halbzeit eins hinterherrennen. Nach dem bereits dritten Treffer von Saskia Probst über die Rechtsaußenposition zum 4:6 (8.) und kurz darauf dem 6:9 (10.) von Julia von Kampen zeigte sich, dass es ein sehr torreiches Spiel werden würde. Die 6:0 Abwehr funktionierte gar nicht. Besonders im Abwehrzentrum passte es überhaupt nicht. Mittespielerin Sophia Cormann konnte nach Belieben dort durchspazieren oder ihre starke Halblinke Jessy-Marlonne erfolgreich einsetzen. Zu oft wurde Torfrau Leonie Kuntz mit völlig freien Würfen von 6 m alleine gelassen. Nach dem 8:12 (15.) brachte die junge Laura Stiehler neuen Schwung ins Angriffsspiel. Mit einem seltenen Sprungwurf aus der Fernwurfzone konnte sie auf 11:13 (20.) verkürzen. Durch Nachlässigkeiten stand es eine Minute später allerdings schon wieder 11:15. Angetrieben von den vielen Fans im Rücken starteten die Spatzen eine Aufholjagd und konnten in der Spielminute 26 erstmals durch einen Treffer von Marit Walz vom Kreis auf 15:15 egalisieren. Nicht genutzte Chancen auf Freiburger Seite brachten kurz darauf allerdings das 15:18 (28.). Mit einem 17:19 ging es in die Pause.

In der Halbzeitpause fand wieder das obligatorische Siebenmeterwerfen mit den Sportlern und Sportlerinnen vom EHC, der FT und dem USC statt. Ebenso konnten die Zuschauer eine weitere Tanzaufführung der M.A.K. Studios genießen. Und einige Besucher durften sich über ein in das Publikum geworfene T-shirt der „Großen Spiele“ mit dem Logo „Teams to the top“ freuen.

Trainer Simon Rittemann entschied in der Halbzeit, die Abwehr auf eine 3:2:1 – Formation mit Hannah Person auf der vorgezogenen Mitte umzustellen. Das sollte der Schlüssel zum Erfolg werden. Freiburg gelang der Ausgleich zum 19:19 (34.). Die Gäste taten sich nun viel schwerer, mit ihren Aktionen in die Tiefe zu kommen und so konnte Torfrau Leonie Kuntz leichtere Bälle parieren. In Spielminute 41 ging Freiburg mit dem 22:21 von Nelli Hautz das erste Mal in diesem Spiel in Führung. Die Elfen aus Leverkusen haben in diesen gut 10 Minuten nur zwei Tore erzielen können. Was für ein Unterschied zu Halbzeit eins! In der folgenden Spielphase legte Freiburg ein Tor vor und Leverkusen glich aus. Erst in Spielminute 51 konnten die Elfen mit dem 26:27 das erste Mal seit längerer Zeit wieder in Führung gehen. Doch zwei Tore von Johanna Brennauer brachten das 28:27 (54.). Das Spiel war kaum noch an Spannung zu überbieten. Nach dem wichtigen 29:27 (56.) von Marit Walz und eigenem Ballbesitz hoffte die ganze Halle auf das 30. Tor und die Vorentscheidung. Doch zuerst vergab Brennauer aus aussichtsreicher Position und nach einer Parade von Leonie Kuntz wurde der Ball im nächsten Angriff vertändelt. So gelang Leverkusen gut 2 Minuten vor dem Spielende wieder der Ausgleich zum 29:29. Im Gegenzug gelang Probst der wichtige Treffer zum 30:29 und nach einem Steal und dem Zusammenspiel im Gegenstoß von Probst und Brennauer erzielte die Linksaußen 42 Sekunden vor Schluss das alle erlösende 31:29. Leverkusen konnte 19 Sekunden vor Ende noch einmal auf den Endstand von 31:30 verkürzen. Im finalen Angriff bewahrten die Spatzen einen kühlen Kopf und spielten die verbleibenden Sekunden herunter. Dieser so immens wichtige Sieg wurde in der vollen Halle frenetisch gefeiert.

Dieses Mal hat die Mannschaft dem großen Druck standgehalten und das Spiel für sich entscheiden können. Der Rückraum zeigte sich offensiv deutlich verbessert. Besonders Laura Stiehler überzeugte mit viel Zug zum Tor. Auch die Zahl der technischen Fehler konnte reduziert werden. Ungewohnt war allerdings die Abwehrschwäche in Halbzeit eins. 19 Tore gegen den Tabellenvorletzten zu kassieren ist schon auffällig. Wenn die Mannschaft es in den folgenden Spielen schafft, über das gesamte Spiel eine Abwehrleistung wie in Halbzeit zwei zu zeigen und dabei offensiv an diese Spielleistung anknüpfen kann, darf der Verein den nächsten schweren Spielen zuversichtlich entgegenblicken.

Nach dem Spiel wurde es emotional. Zuerst verabschiedete Vorstand Ray Thommen den vorherigen Trainer Igor Bojic und den Physiotherapeuten Klaus Bergmann. Oberbürgermeister Martin Horn, der dieses spannende Spiel im Rahmen der „Großen Spiele“ von Organisator Dietmar Junninger besucht hatte, fand sehr wertschätzende Worte gegenüber dem langjährigen und sportlich erfolgreichen Red Sparrows Trainer Bojic. Weiterhin lobte er die deutschlandweit einmalige Organisation der „Großen Spiele“ und die sportliche Leistung der Mannschaft. In diesem würdigen Rahmen wurde Spielerin Simone Falk verabschiedet, die aus gesundheitlichen Gründen ihre lange Handballkarriere leider sofort beenden muss. Sie wird der Mannschaft als sichere Siebenmeterschützin und Organisatorin sehr fehlen. Vielen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz und wir wünschen dir gesundheitlich nur das Beste!

Red Sparrows HSG Freiburg:

Kuß, Kuntz (11 Paraden); Person 2, Emmenecker, Faßbinder, Ollesch, Probst 5, von Kampen 4, Walz 2, Stiehler 4, Hautz 4, Falk 5/5, Brennauer 3, Veith 2

TSV Bayer 04 Leverkusen:

Theobald, Muth (2 P.), Zuzic (7 P.); Ingenpaß 4, Gruner 6/4, Heebing, Richartz, Souza 7, Cormann 3, Cruzado, Clauberg, Kreiselmann, Mol 4, von der Baan 5, Gruber 1, Wirth

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